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Aktuelles

Wasser des Lebens umsonst!

Gedanken zur Jahreslosung 2018


Brunnen auf dem Lutherplatz in Bad Windsheim

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

(Jahreslosung 2018 aus Offenbarung des Johannes Kapitel 21 V.6)

„Wasser für alle“ lautet das Motto der „Aktion Brot für die Welt“, die damit auf ein wichtiges Problem aufmerksam macht: Fast 850 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, das ist jeder achte Mensch dieser Welt. Jeden Tag sterben tausend Kinder, weil sie nicht ausreichend sauberes Wasser hatten oder weil sie von der dreckigen Brühe, die sie trinken mussten, Cholera bekamen. Gesundheitsverträgliches Wasser zu haben ist lebenswichtig für uns alle.

Doch es geht in der Jahreslosung um mehr als nur um den natürlichen Durst nach Wasser - es geht darum, wie die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben gestillt werden kann. In einem modernen christlichen Lied heißt es: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.“ Gott möchte diese Sehnsucht in uns stillen. Das verspricht er mit diesen wunderbaren Worten: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Nicht nur den Inhalt, sondern jedes einzelne Wort in der Jahreslosung finde ich bemerkenswert. Am Anfang steht das machtvolle Ich dessen, der Anfang und Ende und damit auch unser Leben umschließt. „Ich will“ sagt jener Mächtige und das Wort „wollen“ meint nicht nur einen Vorsatz, sondern es steht für Liebe und Leidenschaft und beschreibt die tiefe Zuneigung Gottes zu uns Menschen. „Durstige“ sind wir, aber das ist kein negatives Urteil, sondern eine Auszeichnung, wenn dieser Durst nicht die Gier zum Gegenstand hat, sondern das, was allen Menschen nützt. „Selig sind, die hungert und dürstet nach Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden“ verheißt Jesus. Er gibt das lebensspendende Wasser, und „geben“ bedeutet „schenken“. Der Apostel Johannes lebt im festen Vertrauen auf einen Gott, der sich aus Liebe selbst verschenkt, der den Durst der Menschen stillt, geschenkweise und nicht auf Rechnung. Das bekräftigt die Jahreslosung noch einmal ausdrücklich mit dem Wort „umsonst.“ Das griechische Wort, das hier im Urtext steht, meint geschenkhaft, unentgeltlich, kostenlos. Gratis wäre auch eine gute Übersetzung, denn dieses Wort kommt von „gratia“ und bedeutet „Gnade.“ Allein aus der Gnade Gottes wird der Mensch leben, sagte schon Luther, so sieht es auch die Jahreslosung. Wir müssen Gott nichts geben und nichts für ihn tun, wir müssen kein vorbildliches Leben vorweisen und keine frommen Übungen absolvieren, sondern nur die Hand aufhalten und schöpfen, wie Wanderer im Gebirge es tun, um sich an einem Bach oder an einer Quelle zu erfrischen. So fließt uns das Wasser des Lebens von Gott her zu!

Jeden Tag und bis ans Ende aller Tage sprudelt die Quelle, aus der das Leben quillt, für uns, ganz umsonst. Das ist überraschend! Denn wo gibt es heutzutage etwas Wertvolles noch umsonst? Jede Beratung beim Arzt zieht unweigerlich eine Rechnung nach sich; jeder Gegenstand, den wir uns anschaffen, muss bezahlt werden; manchmal muss man sich sogar die Liebe von Menschen erkaufen! Alles kostet etwas. In Erwartung der großen Abrechnung sagt einer (Lothar Zenetti) im Blick auf Gott:

„Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert für den Regen und den Sonnenschein, für das Rauschen der Blätter, die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen, für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras und die Schmetterlinge, für die Luft, die wir geatmet haben, und den Blick auf die Sterne und für all die Tage, die Abende und die Nächte. Einmal wird es Zeit dass wir aufbrechen und bezahlen; die Rechnung bitte! Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht: Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht, soweit die Erde reicht: Es war mir ein Vergnügen!“

Die Welt kann heil werden und ein Menschenleben kann von innen heraus gesunden, wenn es sich an dieser Quelle orientiert. „Ad fontes“, „zu den Quellen“ sagten einst die Humanisten und meinten: zurück zu den alten Texten. „Ad fontes“ meint auch Johannes und versteht darunter die Hinwendung zu Gott, wie er sich in Jesus zeigt, um gestärkt in die Zukunft zu gehen. Diesen Blickwinkel auf die Quelle des Lebens zu behalten finde ich ganz wichtig gerade in unserer geschäftigen Zeit. Im Hamsterrad des Lebens, beim Abhaken der tagtäglichen Liste, was alles zu tun ist und in Krisen des Übergangs spüren wir einen Durst, der mindestens so stark ist wie der alltägliche Durst nach sauberem Wasser. Es ist wichtig, dass wir ihn stillen lassen. Wie wichtig hat eine Frau unserer Zeit so beschrieben: „Nach vielen Jahren, in denen ich eigentlich ‚nur‘ funktioniert habe, als Lehrerin, Mutter, Ehefrau, Tochter, Freundin und Mitarbeiterin in der Gemeinde möchte ich mein Leben - auch inmitten aller Aufgaben - nicht länger herunterspulen, ableben, abhaken, sondern bewusst erleben - in der Berührung mit Gott, meiner Quelle.“

Gott will nicht, dass wir nur funktionieren - er will, dass wir leben! Schön, dass wir die Quelle des Lebens nicht so lange suchen müssen wie die beiden Brüder im Märchenfilm „Das Wasser des Lebens“, sondern dass die Quelle da ist; dass Gott da ist, der uns Stärkung verheißt mit diesen wunderbaren Worten: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Das Wasser des Lebens für alle - ein Traum wird wahr. Amen.

Pfarrer Jürgen Hofmann