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Trauerfeier

Sie haben einen Angehörigen verloren und müssen Abschied nehmen?
Sie möchten es im Rahmen einer christlichen Trauerfeier tun? Wie bereite ich mich darauf vor?

Was kann ich vor einem Gespräch für mich klären?

Zu den schwierigen Gesprächen im Trauerfall gehört das Trauergepräch mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer. Viele Angehörige können in dieser Situation kaum einen klaren Gedanken fassen. Zu dicht und zu unwirklich ist die ganze Situation. Andererseits hängt vom Trauergespräch sehr viel ab. Falls Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer die Verstorbene oder den Verstorbenen nicht kennt, ist das Trauergespräch die einzige Möglichkeit, um sich ein Bild zu machen.

Sie können sich schon vorbereiten, auch zu Lebzeiten:

Sammeln Sie Vorschläge für Lieder, die während der Trauerfeier gesungen werden können. (Oder lassen Sie Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer dazu Vorschläge machen.)  Für Sie als Angehörige verhindert das Singen das Verstummen am Grabe. Der Tod macht zwar stumm, aber wir gönnen ihm nicht den Triumph, dass er uns Lebende schon zu Lebzeiten verstummen lässt. Die christliche Gemeinde trägt mit ihrem Singen die Angehörigen und drückt damit ihre Hoffnung aus.

Ein kurzgefasster Lebenslauf mit den wichtigsten Lebensdaten (Geburt, evt. Hochzeitsdatum, evt. Geburt der Kinder und andere wichtige, einschneidende Ereignisse) ist eine große Hilfe.

Des weiteren: Welches Bild vom Charakter der Verstorbenen oder des Verstorbenen soll in der Trauerpredigt gezeichnet werden (oder soll alles Persönliche vielleicht auch nicht vorkommen)?

Falls Sie selbst Sohn oder Tochter eines verstorbenen Elternteils sind: welche Charaktereigenschaften haben Ihnen besonders geholfen, erwachsen zu werden? Was würden Sie (falls Sie bereits Kinder haben) genauso machen und was nicht?

Könnten Sie ausdrücken, "wo" sich für Sie die Verstorbene oder der Verstorbene jetzt aufhält?

Empfinden Sie den Gedanken an ein ewiges Leben als Trost, Erleichterung oder als Bedrohung?

Haben Sie im Laufe Ihres Lebens ein Bild von Gott gewonnen (obwohl Sie wissen, dass man sich von Gott kein Bildnis machen soll, und es doch ohne ein Bild nicht geht...)?

Falls die oder der Verstorbene uns jetzt noch antworten könnte, was würde sie oder er auf die Frage hin sagen, welches für sie oder ihn im Leben die glücklichste Zeit gewesen ist?

Für die Traueransprache gilt: sie ist eine sehr persönliche, imtime Rede in einem öffentlichen Rahmen. Sie nehmen Abschied von einem Menschen, der Ihnen wichtig geworden ist. Das ist ein sehr persönlicher Vorgang. Und Sie tuen es öffentlich, in der Regel in einer öffentlichen Trauerfeier. Die Kunst der Trauerpredigt besteht nun darin, einerseits - bedingt durch die Intimität dieses Vorgangs - nicht die Würde der oder des Verstorbenen zu verletzen,
und andererseits nicht die Wahrheit zu verletzen.

Dieses bedeutet, es soll auch nichts beschönigt werden. Die oder der Verstorbene soll in der Predigt nicht zu einem besseren Menschen gemacht werden als die oder der er zu Lebzeiten von anderen wahr genommen wurde. Der alte Grundsatz "de mortuis nihil nisi bene" (Über die Toten nur Gutes) gilt heute so in dieser Form nicht mehr. Je mehr das Leben der oder des Verstorbenen "beschönigt" oder schön geredet wird, umso kläglicher und deprimierender kann auf dem Hintergrund dieses "geschönten" Bildes das eigene Leben erscheinen.

Der Weg, den Trauernde gehen müssen

Für eine christliche Trauerfeier ist bedeutsam, dass Sie als Angehörige mit Ihrem Trauerweg nicht allein sind. Als Jesus im Alter von ca. 30 Jahren am Kreuz eines gewaltsamen Todes starb, brach für seine Jünger eine Welt (und mit ihr der Glaube, den Jesus ihnen vermittelt hatte) zusammen. Schock, Depressionen und Trauer waren die Folge. Aber es blieb nicht dabei. Wenige Tage später wurden sie von der Osterfreude erfasst, und sie erfuhren, dass der tote Jesus, obwohl er nun körperlich nicht mehr anwesend war, ihnen doch auf andere Weise neu nahekommen konnte: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt." (Matthäus 28,20). Der Trauerweg der Jünger zeigt, dass Schmerz und Depresionen nicht die einzigen Reaktionen auf einen Todesfall sein müssen. Es kann sich auch Freude wieder einstellen, wenn die oder der Verstorbene gleichsam ins eigene Leben wieder neu aufersteht und so zu einem unverlierbaren Teil des eigenen Lebens wird. Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer kann Ihnen da Zusammenhänge aufzeigen, die Ihnen helfen, Orientierung in diesem für Sie so schwierigen und unüberschaubaren Lebensabschnitt zu finden.

Die Trauerfeier

Bis zur Trauerfeier war viel zu erledigen, manches hat auch das Bestattungsunternehmen Ihnen abgenommen. Der Weg zum Friedhof gehört mit zu den schwersten, die Sie in diesen Tagen machen müssen. Aber er lässt sich nicht vermeiden. Ihre Kirchengemeinde möchte Sie in dieser Stunde nicht allein lassen und möchte Ihnen helfen, in Würde Abschied zu nehmen.

Die Trauerfeier selbst ist von Ort zu Ort verschieden in unserem Dekanat.  Wenn Sie nicht Bescheid wissen, erkundigen Sie sich bei Ihrer Pfarrerin bzw. Ihrem Pfarrer. Sie/Er wird Ihnen gern helfen, den Ablauf zu klären.

Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Abläufe:

  1. Beginn in der Trauerhalle - Zug zum Grab - Handlung am Grab - Feier in der Kirche
  2. Feier in der Kirche - Zug zum Grab - Handlung am Grab

Ganz gleich, wie der Ablauf konkret gestaltet wird, im Hintergrund steht immer das Evangelium von Jesus Christus, das uns in der Trauer um einen lieben Menschen tragen und unseren Blick öffnen will für die neue Wirklichkeit, die seit Ostern begonnen hat:

Alles Fleisch ist wie Gras
und alle seine Herrlichkeit ist wie des Grases Blume.
Das Gras verdorrt und die Blume fällt ab,
aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit.
(1.Ptr.1,24)

Links

Eine Seite, die Ihnen vielleicht weiterhilft: www.trauernetz.de