<strong>Krautostheim</strong><strong>Deutenheim</strong><strong>Ingolstadt</strong>

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Friedenskirche Ingolstadt

Ingolstadt

Zur Geschichte

Ingolstadt ist einer der jüngeren Orte im Oberen Ehegrund. Die Ehe entspringt an zwei Stellen: Zwischen Herbolzheim und Krautostheim (die „große Ehe“) und bei Krassolzheim (die „kleine Ehe“), die durch Ingolstadt fließt. Beide fließen bei Deutenheim zusammen und die Ehe mündet dann beim Ort Ehe in die Aisch. „Ehe“ leitet sich im  Übrigen vom mittelhochdeutschen Wort für „Grenze“ ab, was auf mittelalterliche Herrschaftsgebiete hinweist – vor allem auf den Wildbann.

1220 wird Ingolstadt mit Verweis auf das Schloss Neuenburg erstmals urkundlich erwähnt, ab 1331 als Pfarrort und ab 1464 mit einer Pfarrkirche geführt. Die überwiegende Anzahl der Güter gehörten dem Hochstift Würzburg, aber auch die Seckendorff-Aberdarer (Sugenheim), die Seinsheimer bzw. Schwarzenberger und sogar Windsheim hatten Güter in Ingolstadt. Mit der Säkularisierung in den Jahren nach 1803 gehörte es zunächst nach Bayreuth-Brandenburg und ab 1810 zu Bayern.

Zunächst war Ingolstadt eine Filialkirche von Kottenheim, seit 1591 eine Tochtergemeinde von Krautostheim. Mit Krautostheim teilt Ingolstadt fortan den Pfarrer – 1597 wurde dort erstmals ein evangelischer eingesetzt. 1575 wird eine Sammlung erwähnt, um die Kapelle zur Kirche zu erweitern.

Am 09. Mai 1730 fällt eine Mauer der Kirche teilweise ein, so dass der Gottesdienst ins Rathaus verlegt werden muss. Am 10. Mai 1731 wird der Grundstein zur neuen Kirche gelegt, die am 18. Sonntag nach Trinitatis 1732 eingeweiht wird. Restaurierungen fanden 1952-54 und 1962-63 statt, bei denen der fränkische Barock wieder zur Geltung gebracht wurde. Dachgauben und Kirchturm wurden in den Jahren 2001 und 2002 runder-

neuert. Vor der Wiedereinweihung im April 2002 entschied sich die überwältigende Mehrheit der Dorfbevölkerung, ihre bis dahin namenlose Kirche in „Friedenskirche“ zu benennen.

Der Glockenturm liegt im Westen über dem Eingang  - mit der Sanierung des Glockenstuhls wurde er 2001 / 2002 generalüberholt.

Rundgang durch die Kirche

Im Osten finden Sie den Altar, über dem die Orgel angebracht ist, rechts daneben die Kanzel. Hinter der oben offenen Bretterwand ist die Sakristei und der Zugang zur Kanzel.

Die Orgel

1896 wurde die alte Orgel durch ein neues Instrument aus dem Hause Steinmeyer ersetzt. Bei einer Grundsanierung im Jahr 2005 wurden die zwischenzeitlich eingesetzten Zinnpfeifen durch Zinkpfeifen ersetzt. Das fünfteilige Orgelprospekt selbst stammt wohl aus der Gründungszeit der Kirche.

Der Altar

Der Altar wird dominiert durch das 1851 von der Akademie der Künste in München erworbene Altarbild einer Kreuzigungsszene. Gerahmt wird es von zwei gestaffelten korinthischen Säulen.

Neben dem Altar finden sich die Figuren des Petrus (mit dem Schlüssel des Himmels) und Paulus (mit dem Schwert des Wortes) – in unserer Region in einer evangelischen Kirche einzigartig.

Die Kanzel und der Taufstein

Die Kanzel stammt aus der Bauzeit der Kirche und hat einen achtfachen Korpus. Auf den Flächen finden sich Figuren der vier Evangelisten, aus derselben Hand wie die Figuren des Petrus und Paulus.

Der Taufstein wurde vom Nürnberger Bildhauer Heller 1856 neugotisch in Kelchform geschaffen.

Das Kirchenschiff

Das Kirchenschiff selbst ist ein Saalbau mit drei Achsen und abgerundeten Ecken. Der östliche Raumabschnitt mit dem Altar ist um eine Stufe erhöht – in Verbindung mit den beiden Altarstufen entsteht so der Eindruck eines barocken Hochaltars, auf den der Raum zuläuft.

Besonderheit: Das Wappen

Warum hat eine als evangelisch gebaute Kirche ein fürstbischöfliches Wappen über dem Eingang? Wir haben noch keine endgültige Antwort darauf gefunden. Es könnte damit zusammenhängen, dass im 18. Jahrhundert rund 5/6 der Höfe Ingolstadt dem Fürstbistum Würzburg unterstanden und dieses vielleicht deshalb auch die Finanzierung des Kirchbaus sicherstellen musste – dann wäre das Wappen sozusagen der Stempel, den das katholische Fürstbistum der evangelischen Kirche aufgedrückt hat.

Aus: P. Kolb:

Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe, Würzburg 1974

Das Wappen ist zweifelsfrei das des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn, der ab 1729 regierte. Die Kirchengemeinde hat sich entschlossen, das lange verwitterte Wappen zu säubern und im Innenraum der Kirche als Rekonstruktion aufzubauen, um es der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung zu stellen.

Der Herzschild mit dem Stammwappen der Schönborn liegt auf einem mehrfeldrigen Schild auf, in dem die geistlichen Ämter des Fürstbischofs (Würzburg Fähnlein und Fränkischer Rechen für das Hochstift Würzburg; Löwe mit Schrägleiste für das Hochstift Bamberg) mit den Symbolen des großen Familienwappens der Grafen von Schönborn gemeinsam zum Ausdruck gebracht wurden (nach E. Schöler, MdH).

Quelle: Evangelisch-Lutherisches Pfarramt Krautostheim

Fotos: Alexandra Schell


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