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Aktuelles

„Auferstehung“ von Gerhard Mayer

Seit Pfingsten 2018 prägt ein neues Altarbild die Kirche St. Maria in Unternzenn


„Auferstehung“ von Gerhard Mayer

Der Altar von St. Maria mit dem alten Bild

Warum ein neues Altarbild für die Pfarrkirche St. Maria in Unternzenn?


Seit Bestehen der Kirche (1730/1731) schmückte ein Bild der Kreuzabnahme den Altar. Durch einen Schwelbrand am Ostersonntag 2008 wurde das Gemälde schwer beschädigt. Das Altarbild konnte zwar restauriert werden, doch die Ölfarben waren durch die große Hitze „gesackt“, sie wurden unwiederbringlich dunkler und das Gemälde hat seither eine stark glänzende und spiegelnde Oberfläche. Da dieses Ergebnis – bei aller Freude über die gelungene Restaurierung des Kirchenraums – für die Kirchengemeinde enttäuschend war, wurde seitdem für ein Altarbild gesammelt, wobei zunächst an ein historisches Bild gedacht war. Bei der Beratung durch den landeskirchlichen Kunstreferenten Kirchenrat Helmut Braun, München, in der Karwoche 2017 wurden die Mitglieder des Kirchenvorstands Unternzenn ermutigt, auch ein zeitgenössisches Bild in Erwägung zu ziehen, das durch einen Kunstwettbewerb gefunden werden könnte. Unter allen Unternzenner Gemeindegliedern (ab Konfirmation) fand eine schriftliche Umfrage zu einem möglichen Thema für das Bild statt; die ganz große Mehrheit sprach sich für den Themenbereich „Auferstehung, Freude, Lebensfreude, Licht“ aus. Im Oktober wurden drei Künstler zu dem Wettbewerb eingeladen und haben am 1. März 2018 der Jury ihre Werke vorgestellt (der Jury gehörten der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Unternzenn, Pfarrerin Wiebke Schmolinsky, Kirchenrat Helmut Braun und der landeskirchliche Architekt Nils Kugelstadt an). In dieser Sitzung hat sich der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Unternzenn einstimmig für das Bild „Auferstehung“ von Gerhard Mayer aus Nürnberg entschieden.

Dem Wunsch der Gemeinde entsprechend konnte der Rahmen des Altarbildes beibehalten werden. Das bisherige Altarbild hat jetzt an der Seitenwand einen würdigen Platz gefunden. Am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, wurde das Bild unter dem Beisein des Künstlers Gerhard Mayer und des landeskirchlichen Kunstreferenten Kirchenrat Helmut Braun der Gemeinde vorgestellt und dem Dienst im Gottesdienstraum gewidmet.



Über Gerhard Mayers Gemälde „Auferstehung“

Gerhard Mayer platziert den auferstandenen Christus als zentrale Figur in eine weitläufige Landschaft. Christus ist mit einem leuchtend roten Mantel bekleidet, er hebt die rechte Hand zum Segensgestus, mit der vom Mantel verdeckten Linken hält er ein Stabkreuz. Der Auferstandene ist von einem gleißend hellen Lichtschein umgeben. Rechts neben Christus steht der geöffnete Sarkophag. Um den Auferstandenen sind drei weitere Figuren angeordnet: die Grabwächter. Ein in Rot und Blau gewandeter Wächter liegt unten quer und nimmt fast die gesamte Bildbreite ein. Erschrocken hebt er zum Schutz die Hände an seine Stirn. Links darüber kauert eine bunt gekleidete Figur mit Turban. Der dritte Wächter rechts trägt einen Helm und lehnt mit dem Rücken zu uns am Sarkophag. Über dem leeren Grab schwebt ein Engel in strahlend weißem Gewand. In der rechten oberen Ecke ist Gottvater auf einer Wolke angedeutet.

Gerhard Mayer greift bei seinem Entwurf auf die seit Jahrhunderten überlieferte Bildsprache des Themas „Auferstehung“ zurück. Als Vorlagen nimmt er drei Auferstehungsbilder des niederländischen Malers Dierik Bouts (um 1410-1475), einem der führenden Künstler seiner Zeit. Gerhard Mayer fügt in seinem Gemälde verschiedene Bildelemente dieser drei Werke zusammen und komponiert so ein neues, eigenständiges Bild. Als Technik wendet der Künstler eine spezielle, von ihm entwickelte Schablonenmalerei an, die sein gesamtes Werk kennzeichnet: Er benutzt für das Bild eine einzige ellipsenförmige Schablone und nur eine Pinselstärke. Jeder Pinselstrich ist entlang der Schablone geführt, deren Größe sich am Kurvenradius der Wappenkartusche am Altartisch orientiert.

Durch die Ellipsenform der Schablone gibt es keine geraden Linien, alle Bildelemente fließen weich ineinander. In der Farbigkeit setzt der Künstler bewusst auf den Kontrast zwischen tradierten Farben wie dem Rot des Mantels Christi und sehr modernen Farben wie dem Grün im Gewand des Wächters mit Turban. Entscheidend ist für Gerhard Mayer das Spiel der Bildwirkung aus Nähe und Ferne, das Verhältnis von Motiv und Auflösung.

Die Jury ist beeindruckt von Gerhard Mayers ungewöhnlicher Technik der Schablonenmalerei und von der strahlenden Farbigkeit des Gemäldes. Aufgrund der althergebrachten Ikonographie und des klassischen Bildaufbaus mutet das Gemälde auf den ersten Blick wie ein traditionelles Auferstehungsbild an. Dies betrifft allerdings nur die Fernwirkung.

Von Nahem betrachtet erkennt man, dass es sich um ein gänzlich modernes, beinahe abstraktes Werk handelt. Gerhard Mayer zerlegt die klassischen Vorlagen in ihre Einzelteile und setzt sie zu einem neuartigen Bildgefüge zusammen. In dieser irritierenden Spannung – zwischen Werk und Betrachter, zwischen alt und neu, nah und fern, konkret und aufgelöst – sieht die Jury die besondere Qualität des Bildes. Die Wirkung des Gemäldes verändert sich je nach Standort – nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. „Das fordert den Betrachter auch im übertragenen Sinne heraus, seinen Standpunkt zu überprüfen, sich mit den Dingen, die ihm begegnen, auseinanderzusetzen, genau hin zu sehen, gut zuzuhören“ (zitiert aus dem Protokoll der Jury, 1. März 2018, Dr. Janette Witt, LKA München).

Pfarrerin Wiebke Schmolinsky