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Abschied nehmen

Gottesdienst zum Abschied von Pfarrer Neumerkel am 19. August in Ipsheim


Auf dem Sprung nach Oberbayern: Andreas Neumerkel

Ipsheim, im August 2018

Liebe Gemeinde, wenn ich in den letzten Wochen an den Abschied gedacht habe, dann möchte ich an den Anfang meinen Dank stellen.

Danken möchte ich für die Unterstützung und das Mittragen & Mitgestalten in den letzten zweieinhalb Jahren, für die Gebete im Hintergrund & Vordergrund, für die kleinen aufmerksamen Gesten und die vielen ermutigenden & aufbauenden Worte.

Vergelt’s Gott auch der politischen Gemeinde Ipsheim, um Frank Müller und Sebastian Breideband, sowie dem TSV, dem Weinbauverein e.V. und dem FIKUS e.V. für die sehr gute, teils intensive Zusammenarbeit.

Stolz bin ich auf unsere über 100 ehrenamtlichen und nebenamtlichen Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter, auf die Damen und Herren des Kirchenvorstands, besonders auf unser fleißiges und gewissenhaftes Mesnerteam, Familie Knörr, Frau Greulich und Frau Aurich, auf das Hausmeisterpaar Hufnagel/Popp und last not least auf meine gute Seele im Pfarramtsbüro, Frau Eva Mangold –

die sich allesamt so aufopfernd, engagiert und liebevoll um das Wohl der Gemeinde gekümmert haben und kümmern.

Stolz bin ich auch auf unsere 20 Erzieherinnen in den beiden Kitas und der Krippe, die nicht nach der Stech-uhr arbeiten und die Kürzungen und ständigen Veränderungen der letzten Jahre engagiert & loyal mitgetra-gen haben. Angegangen wurden hier in den letzten beiden Jahren endlich die ersten Sanierungsabschnitte im Kita-Johannis (Sanitärbereich, Büro, Gruppenräume), der neue Spielbereich im Garten eingeweiht und die Weichen für die neue Krippe am Kita-Regenbogen gestellt.

Meiner Frau Reyhan möchte ich freilich besonders herzlich danken! Für all ihre Mühe & Begeisterung am Lektorenamt und bei der Jugendarbeit. Kurzfristig musste sie 2016 den KiGo übernehmen und etablierte neu Krabbel-Godi und Kinderkirchenchor. Auch beim traditionellen Krippenspiel wirkte sie engagiert mit.

Wir würden uns für Ipsheim sehr freuen, wenn wenigstens der KiGo (samt eingespielten KiGo-Team) mit seinen abwechslungsreichen Aktionen in diesem kindgerechten elementar-spirituellen Stil weitergeführt werden könnte.

Wenn man eine Pfarrstelle wechselt, wenn also ein Lebensabschnitt zu Ende geht, denkt man darüber nach, was in den vergangenen Jahren & Monaten alles geworden ist:

Neben den schon geschilderten Sanierungs- & Baumaßnahmen im Kita, wurde das Gemeindehaus frisch gestrichen und auf dem Friedhof gibt es – neben dem neuen zweiten Urnenfeld – ab Herbst die Möglichkeit zur Friedbaumbestattung.

Neue Gottesdienstformen für junge Familien & Kleinkinder sind entstanden und auch eine Jugendgruppe unter ehrenamtlicher Leitung gibt es zwischenzeitlich wieder.

Ein großes Gemeindefest „Rund um die Kirchtürme“, bei dem auch so genannte „kirchenferne Menschen“ begeistert & engagiert mit angepackt haben, fand im Lutherjahr 2017 erstmals statt.

Ökumenische Advents- & Passionsandachten in der Weinbergskapelle (mit den beliebten Taizé-Liedern) und ein Kanzeltausch mit der Nachbargemeinde wurden eingeführt.

Die Arbeit im Dekanatsausschuss Bad Windsheim hat mir Freude bereitet, auch wenn die Sitzungen manchmal bis in die Nacht gingen. Ich hoffe, dass Ipsheim in diesem wichtigen Gremium der mittleren Ebene künftig von einem Mitglied des Kirchenvorstands vertreten sein kann.

Nicht zuletzt macht es mich demütig, wenn Menschen wieder in unsere Kirche eingetreten sind, weil der Pfarrer, wie sie sagten, „so menschlich, bodenständig und authentisch“ sei.

Auch Kultur hat stattgefunden: Konzerte in der Kirche! Vom Heeresmusikkorps über die Veehharfen, irischen Rock, bis hin zum klassischen Konzert und zahlreichen Bläserensembles und (Gospel)chören. Meine „alten“ Kontakte nach Fürth, St. Paul, zum dortigen Kirchenvorsteher Volker Heißmann, brachten der Johanniskirche schließlich zwei gut besuchte und in der Presse sehr positiv bedachte „Auftritte“. So konnte die wunderbare neue Orgel stetig weiter abbezahlt werden. Spenden sind hier aber weiterhin sehr erbeten.

Beim Blick auf mein Weggehen tut es mir besonders um unsere „Alten“ leid, die sich mit ihrem Gemeindepfarrer vertraut gemacht und sich ihm anvertraut haben, in der Hoffnung, dass er sie einmal beerdigen werde.

Doch in unserem Reden & Denken bleibt Gott der Dritte und dann mögen die weltlichen Worte vielleicht hilfreich sein, doch entscheidend wird Gottes himmlisches Wort für uns und über uns sein. Das denke ich, war auch die Grundlage für so viele tiefe & offene Gespräche unter vier Augen. Und wenn es zur Heilung beigetragen hat, dann hat Gott seinen Segen dazugegeben.

Zum Schluss möchte ich um Entschuldigung bitten, wo ich jemanden verletzt und wem ich wehgetan habe durch Wort oder Tat. Besonders schwer fällt es einem freilich auch, wenn man jemanden enttäuscht zurücklassen muss. Hier bitte ich um Ihr Verständnis und Ihre Vergebung.

Zu tun hätte es noch genug gegeben und die Freude am Miteinander und an der Zusammenarbeit war noch lange nicht ausgereizt. Die Ideen waren noch lange nicht aufgebraucht.

Aber: Nach Ablauf der so genannten „z.A.-Zeit“ haben Pfarrer die Möglichkeit, die Gemeinde zu wechseln, um sich neuen Aufgaben & Herausforderungen zu stellen.

Und so übernehme ich ab 1. September die Pfarramtsführung in Neuburg an der Donau. Die dortige Apostelgemeinde zählt knapp 3.000 Seelen. Wir gehen also mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Weinend, weil etwas in Mittelfranken zu Ende geht; lachend, weil wir uns sehr auf Oberbayern freuen - und auf eine große, aktive Gemeinde mit über 250 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen & Mitarbeitern.

„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“ hat Gott zu Abraham gesprochen und wir haben, denke ich, einen Ausschnitt davon gemeinsam erleben können – in guten und schweren Zeiten für uns als Pfarrfamilie und für die Gemeinde.

Ich habe dabei immer leidenschaftlich versucht, meine Kraft und meine Talente - meine Begeisterung am Wort Gottes - in Ihre Gemeinde einzubringen, die mir und meiner Familie fast drei Jahre lang selbst zur Heimat geworden ist.

Lassen Sie uns Gott dafür dankbar sein und geben wir uns, bei aller Traurigkeit, gegenseitig frei, damit Neues werden kann. Ade!

Ihr/Euer Pfarrer Andreas Neumerkel



An dieser Stelle möchte ich Sie & Euch ganz herzlich zum Verabschiedungsgottesdienst am 19. August in die Johanniskirche einladen. Der Gottesdienst beginnt um 14 Uhr mit Dekanin Hüttel.