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Kirche St. Johannis Burgbernheim

91593 Burgbernheim

Die Anfänge

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts ließ Bischof Einhard die zerstörte Vorgängerkirche wieder aufbauen – und zwar im romanischen Stil. Als Jahr der Errichtung ist das Jahr 1102 überliefert.

Die romanischen Rundbögen des Kirchturms weisen auf diesen Ursprung hin. Einziger greifbarer Zeuge der romanischen Epoche ist das massive Südportal mit seinem arttypischen Gewände. Das prächtige romanische Portal trägt würfelförmige Kapitäle mit seltener Perlenschnur und blattförmigen Verzierungen, die in den letzten Jahrzehnten leider deutliche Verwitterungsspuren zeigen. Das dreifach gestufte Gewände lässt die ursprüngliche Mauerstärke der romanischen Kirche erahnen.

Zur Kirchenburg ausgebaut

Im 13. Jahrhundert wurde das Areal des heutigen Friedhof mitsamt der Kirche zu einer Kirchenburg befestigt. Der einzige der noch erhaltenen vier Ecktürme dürfte um 1300 entstanden sein. Bis zu 2.000 flüchtenden Menschen soll die Anlage Schutz geboten haben. Ein doppelter Mauerring umgab die Burg.
Mit Erweiterung der Kirche durch den Ostchor 1443 erhielt das Langhaus gleichzeitig ein Gewölbe.

1528 führte Markgraf Georg der Fromme in Burgbernheim die Reformation ein.
1545 wurde die Kirchenburganlage durch das Torhaus („Kirchebruckn“) ergänzt. Durch das Gebäude hindurch führt auch heute noch der Hauptweg zu St. Johannis.

Neugotisches Langhaus und neugotische Ausstattung

1874 wurde das romanische Langhaus bis auf das romanische Portal abgerissen und durch einen neugotischen Längsbau ersetzt.
Die Ausstattung der St. Johanniskirche ist neugotisch.

Die Altarbilder wurden 1876 von Ludwig und Jean Herterich gefertigt.
In der Mitte ist eine Auferstehungsszene dargestellt.
Die rechte Hand des auferstandenen Christus ist zum Segen erhoben, seine linke hält die Siegesfahne. Lichtstrahlen gehen von ihm aus und Engel umgeben ihn. Wächtern stürzen zu Boden und werden vom Osterlicht geblendet.

Die linke Bildtafel zeigt Johannes der Täufer. Er ist wohl der eigentliche Namensgeber der Kirche. Barfüßig ist er dargestellt, mit kräftiger Statur, in einen grünen Umhang gehüllt, unter dem er einen Kamelhaarmantel trägt. In der Hand hält er eine Jakobsmuschel, in der linken Hand einen Wanderstab, der sich oben hin zum Kreuz erweitert. ECCE AGNUS DEI – “Siehe, das Lamm Gottes“ ist auf dem Band geschrieben, das vom Kreuz herabhängt. Zu Füßen des Täufers ist ein kräftiges Schaf zu sehen, Hinweis auf der „Lamm Gottes“, das der Welt Sünde trägt.

Die rechte Bildtafel stellt den Evangelisten Johannes dar. Mit seinen langen Haaren, den weichen Gesichtszügen und dem wallenden roten Umhang wirkt er sehr weiblich. Buch und Schreibfeder weisen ihn als Evangelisten aus. Zu seinen Füßen sitzt ein Adler, traditionelles Symbol des vierten Evangelisten.

Der Kanzelaufgang und die achteckige Kanzel wurden 1874 von Franz Herterich gefertigt.
In den Nischen der Kanzel stehen fünf Figuren, die die vier Evangelisten und Christus darstellen.
Sie waren bereits um 1700 vom Burgbernheimer Bildhauer Wilhelm Hofmann geschaffen worden und wurden später in die Kanzel integriert.

Renovierung 1967 bis 1971

Eine größere Renovierungsmaßnahme wurde von 1967 bis 1971 durchgeführt. Damals kamen neue Bänke mitsamt elektrischer Bankheizung und ein neuer Fußboden herein. Im Chor wurde die ursprüngliche spätgotische Bemalung aus der Entstehungszeit wiederhergestellt. Eine neue Orgel (Walcker-Orgel) wurde in den Dienst gestellt. Das Kirchenschiff erhielt passend dazu an Decke, Emporen und Gestühl einen frischen Anstrich.

Neue Glocken

2007 erhielt die Kirche vier neue Glocken, angefertigt bei Glockengießerei Perner (Passau).

Neue grüne Paramente

Im Juni 2012 wurden die neuen grünen Altar-  und Kanzelparamente in den gottesdienstlichen Gebrauch genommen. Sie waren nach den Entwürfen von Textilkunstdesignerin Beate Baberske-Krohs in der Paramentikwerkstatt der Diakonie Neuendettelsau angefertigt worden. "Wasser des Lebens" ist das Thema des Kanzelparaments, die beiden Altarparamente thematisieren "Wege - Wachstum".

Gesamtrenovierung von 2013 bis 2018

2013 wurde mit der Gesamtrenovierung mit Ausnahme des Kirchturms (kommunale Baulast) begonnen. Zunächst als Teilrenovierung geplant konnte über mehrere Jahre hinweg beinahe die ganze Kirche renoviert werden. Eine aufwändige Restaurierung der Sandsteinfassade gehörte ebenso dazu wie eine neue Dacheindeckung, die statische Sicherung des Chorraums, die komplette Erneuerung der Elektrik (samt neuer Bankheizung und Lautsprecheranlage) sowie eine Reihe von Maßnahmen zur Entfeuchtung der Kirche.

Am 12. März 2017 konnte die Wiederweihe der Kirche mit Regionalbischöfin Gisela Bornowski gefeiert werden.

Auch nach der Wiederweihe wurde die Gesamtrenovierung fortgesetzt - nun wurden vor allem die Wege rund um St. Johannis neu gepflastert.
Am 21. Oktober 2018 kam die Gemeinde am Erntedankfest zusammen und nahm die Kirche nach Fertigstellung der Wege in die Arme.

Einige Veränderungen der Kirchenausstattung sollen in nächster Zeit noch realisiert werden: Geplant ist die Anschaffung eines neuen Vortragekreuzes, eines neuen Osterleuchters und eines neuen Ambos (Lesepultes). Auch die Kanzel soll noch überarbeitet werden.

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